Tennisarm behandeln - Übungen, Bandage und wichtige Warnzeichen

Sofia Altmann .

17. Juni 2026

Mann mit Bandagen am Arm und Handgelenk. Was tun bei Tennisarm? Diese Hilfsmittel können Linderung verschaffen.
Wenn der Ellenbogen beim Greifen, Heben oder Aufdrehen einer Flasche schmerzt, steckt oft eine Überlastung der Unterarmsehnen dahinter. Ich zeige, was bei einem Tennisarm wirklich hilft, welche Übungen sinnvoll sind, wann Bandage oder Schmerzmittel infrage kommen und bei welchen Beschwerden eine ärztliche Abklärung wichtig ist.

Die wichtigsten Schritte für einen schmerzenden Tennisellenbogen

  • Belastung anpassen: Auslösende Bewegungen vorübergehend reduzieren, den Arm aber nicht wochenlang vollständig ruhigstellen.
  • Gezielt trainieren: Dehn- und Kräftigungsübungen verbessern die Belastbarkeit meist nachhaltiger als reine Schonung.
  • Schmerzen lindern: Kälte, Wärme, eine Spange oder kurzfristig geeignete Schmerzmittel können den Alltag erleichtern.
  • Geduld einplanen: Erste Fortschritte zeigen sich oft nach einigen Wochen, die vollständige Erholung kann mehrere Monate dauern.
  • Warnzeichen beachten: Taubheit, deutliche Kraftlosigkeit, Fieber oder eine Verletzung gehören ärztlich abgeklärt.

Was hinter einem Tennisarm steckt

Ein Tennisarm, medizinisch meist laterale Epicondylopathie genannt, verursacht Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Betroffen sind vor allem Sehnen, mit denen die Unterarmmuskeln am Oberarmknochen ansetzen. Der Name ist etwas irreführend, denn auch Computerarbeit, Renovieren, Handwerken oder häufiges Heben können die Beschwerden auslösen.

Typisch ist ein ziehender oder stechender Schmerz beim Greifen, Tragen und Strecken des Handgelenks. Manchmal strahlt er in den Unterarm aus. Beim Golferellenbogen liegt der Schmerz dagegen eher an der Innenseite des Ellenbogens. Auch Nervenreizungen, eine Arthrose oder eine Verletzung können ähnliche Beschwerden verursachen, deshalb sollte eine Selbstdiagnose nicht zur monatelangen Eigenbehandlung führen.

Meist entsteht das Problem durch eine ungewohnte oder wiederholte Belastung. Kleine Reizungen am Sehnenansatz summieren sich, während die Muskulatur nicht genug Zeit zur Anpassung bekommt. Komplette Ruhe ist jedoch selten die beste Lösung, weil die Sehne dadurch zusätzlich an Belastbarkeit verlieren kann.

Was sofort entlastet und im Alltag hilft

Ich würde zunächst die Bewegung verändern, die den Schmerz zuverlässig provoziert. Das kann bedeuten, einige Tage auf Tennis, Schraubarbeiten oder schweres Heben zu verzichten und Tätigkeiten auf beide Hände zu verteilen. Entscheidend ist eine relative Schonung, nicht die vollständige Stilllegung des Arms.

Kälte, Wärme und eine Bandage

Bei frisch gereizten Beschwerden empfinden viele Menschen eine Kühlung als angenehm. Ein Kühlpack sollte dabei in ein Tuch gewickelt werden und etwa 10 bis 15 Minuten aufliegen. Bei länger bestehenden Schmerzen kann Wärme entspannen. Was besser wirkt, ist individuell, deshalb zählt vor allem die Reaktion des Arms.

Eine Epicondylitis-Spange sitzt einige Zentimeter unterhalb des schmerzhaften Knochenvorsprungs und kann die Sehnen bei Belastung entlasten. Ich sehe sie eher als Alltagshilfe für bestimmte Tätigkeiten, nicht als Behandlung der Ursache. Sie sollte nicht so eng sitzen, dass Kribbeln, Kälte oder Verfärbungen der Hand entstehen.

Schmerzmittel mit Augenmaß

Gele mit entzündungshemmenden Wirkstoffen oder kurzfristig eingenommene Schmerzmittel können die Beschwerden reduzieren. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn dadurch normale Bewegung oder Übungen wieder möglich werden. Schmerzfreiheit durch Medikamente bedeutet nicht automatisch, dass die Sehne belastbar ist.

Bei Magenproblemen, Nieren- oder Herzkrankheiten, Blutverdünnern, Schwangerschaft oder anderen regelmäßigen Medikamenten sollte man entzündungshemmende Mittel vorher ärztlich oder in der Apotheke abklären. Nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac sind keine gute Dauerlösung ohne medizinische Begleitung.

Welche Übungen den Ellenbogen wieder belastbarer machen

Die wirksamste Grundlage der konservativen Behandlung ist für mich ein kontrollierter Aufbau der Belastbarkeit. Besonders häufig werden exzentrische Übungen eingesetzt. Dabei bremst der Muskel eine Bewegung langsam ab, während er sich verlängert. Genau diese kontrollierte Belastung kann der Sehne helfen, sich an Alltags- und Sportanforderungen anzupassen.

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Ein einfacher Einstieg für zu Hause

  • Den Unterarm auf einem Tisch ablegen, die Hand über die Kante ragen lassen und ein sehr leichtes Gewicht halten.
  • Das Handgelenk mit der anderen Hand nach oben führen.
  • Die betroffene Hand das Gewicht anschließend langsam über etwa 3 bis 5 Sekunden absenken lassen.
  • Mit wenigen Wiederholungen beginnen und die Belastung nur steigern, wenn der Schmerz während und nach der Übung gut kontrollierbar bleibt.

Als grobe Orientierung eignen sich zunächst 2 Sätze mit 8 bis 12 Wiederholungen an jedem zweiten Tag. Ein leichtes Ziehen kann vorkommen, deutlich zunehmender Schmerz oder eine Verschlechterung am nächsten Morgen spricht für zu viel Belastung. Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut kann Griff, Gewicht und Bewegungsumfang an den individuellen Befund anpassen.

Dehnen kann ergänzen, sollte aber nicht aggressiv erfolgen. Ich halte wenig davon, den Ellenbogen mit Gewalt in eine schmerzhafte Position zu drücken. Besser ist ein sanftes Dehnen des Unterarms für etwa 20 bis 30 Sekunden, ohne Taubheitsgefühl oder scharfen Schmerz.

Welche Behandlungen sinnvoll sind und wo Grenzen liegen

Viele Verfahren werden bei Tennisellenbogen angeboten. Ihre Bedeutung ist jedoch nicht gleich groß. Nach meiner Einschätzung sollte man zuerst die Maßnahmen ausschöpfen, die wenig riskant sind und die Belastbarkeit tatsächlich verbessern.

Maßnahme Wofür sie sinnvoll sein kann Wichtige Grenze
Belastungsanpassung Schmerzquelle vorübergehend reduzieren Allein meist nicht ausreichend
Physiotherapie Übungen, Bewegungsanalyse und schrittweiser Belastungsaufbau Erfolge brauchen meist mehrere Wochen
Spange oder Bandage Entlastung bei Arbeit und Sport Behandelt nicht die Ursache
Schmerzgel oder Schmerzmittel Kurzfristige Linderung Nicht unkritisch dauerhaft anwenden
Kortisonspritze Kann kurzfristig Schmerzen senken Wiederholte Anwendung kann die Sehne belasten
Stoßwelle, Laser oder Eigenblut Bei hartnäckigen Verläufen manchmal angeboten Nutzen ist je nach Verfahren und Situation nicht eindeutig belegt

Besonders vorsichtig wäre ich bei Versprechen wie „schnell dauerhaft geheilt“ durch eine einzelne Spritze oder ein Gerät. Kortison kann zwar rasch helfen, ist bei einer länger bestehenden Sehnenproblematik aber keine überzeugende Standardlösung. Auch Operationen sind eine seltene Ausnahme und werden normalerweise erst erwogen, wenn über viele Monate eine konsequente konservative Behandlung erfolglos bleibt.

Eine Physiotherapie kann zusätzlich manuelle Techniken, Bewegungsberatung und die Anpassung von Arbeitsplatz oder Sporttechnik umfassen. Der wichtigste Teil bleibt aus meiner Sicht trotzdem das regelmäßige Eigenprogramm. Passive Behandlung kann den Einstieg erleichtern, ersetzt aber nicht den allmählichen Kraftaufbau.

Wann eine ärztliche Untersuchung wichtig ist

Bei leichten, klar belastungsabhängigen Beschwerden kann man zunächst einige Tage entlasten und die Reaktion beobachten. Halten die Schmerzen länger als zwei bis drei Wochen an, kehren sie immer wieder zurück oder nehmen sie trotz Anpassung zu, ist eine Untersuchung bei Hausarzt, Orthopädie oder Physiotherapie sinnvoll.

Sofortige medizinische Abklärung ist nötig, wenn der Schmerz nach einem Sturz oder Schlag auftritt, der Ellenbogen sichtbar deformiert ist oder starke Schwellung und Bewegungseinschränkung hinzukommen. Auch Taubheit, Kribbeln, deutliche Kraftlosigkeit, Fieber oder eine gerötete und überwärmte Region passen nicht einfach zu einem typischen Tennisarm.

In der Praxis reichen häufig das Gespräch und gezielte Bewegungstests aus. Bildgebung wie Ultraschall oder Röntgen wird vor allem dann interessant, wenn die Diagnose unklar ist, eine Verletzung vermutet wird oder die Beschwerden ungewöhnlich lange bestehen. Das verhindert, dass beispielsweise eine Nervenreizung oder ein Gelenkproblem übersehen wird.

So sieht ein realistischer Behandlungsplan aus

Für die ersten 14 Tage würde ich die auslösende Belastung deutlich reduzieren, den Arm aber im schmerzarmen Bereich bewegen. Kälte oder Wärme können nach Bedarf eingesetzt werden, eine Spange ist bei belastenden Tätigkeiten möglich. Parallel beginnt ein vorsichtiges Übungsprogramm, das nicht jeden Tag stärker werden muss.

Nach zwei bis sechs Wochen sollte sich zumindest die Alltagstoleranz verbessern. Erst danach würde ich Sport, Krafttraining oder handwerkliche Belastungen schrittweise ausbauen. Die Belastung sollte nur so schnell steigen, wie der Ellenbogen bis zum nächsten Tag ruhig bleibt.

Mein wichtigster Rat lautet deshalb, nicht allein auf Schonung oder Schmerzmittel zu setzen. Die beste Aussicht auf eine stabile Besserung bietet meist die Kombination aus Belastungsanpassung, geduldigem Kraftaufbau und einer professionellen Einschätzung, wenn der Verlauf nicht klar besser wird.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Exzentrische Übungen können die Belastbarkeit der Sehnen verbessern. Dazu das Handgelenk mit der gesunden Hand anheben und mit dem betroffenen Arm das leichte Gewicht langsam über 3 bis 5 Sekunden absenken. Starten Sie mit 2 Sätzen à 8 bis 12 Wiederholungen an jedem zweiten Tag und steigern Sie nur, wenn die Beschwerden gut kontrollierbar bleiben.
Bei frisch gereizten Beschwerden kann ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpack für 10 bis 15 Minuten angenehm sein. Bei länger bestehenden Schmerzen empfinden manche Menschen Wärme als hilfreicher. Eine Epicondylitis-Spange kann bei Arbeit oder Sport entlasten, sollte aber nicht so eng sitzen, dass Kribbeln, Kälte oder Verfärbungen auftreten.
Nach zwei bis sechs Wochen sollte sich die Alltagstoleranz zumindest verbessern. Die vollständige Erholung kann jedoch mehrere Monate dauern. Sport, Krafttraining und handwerkliche Belastungen sollten erst schrittweise gesteigert werden, wenn der Ellenbogen bis zum nächsten Tag ruhig bleibt.
Halten die Schmerzen länger als zwei bis drei Wochen an, kehren sie wieder oder nehmen sie trotz Belastungsanpassung zu, ist eine Untersuchung sinnvoll. Sofortige Abklärung ist nötig nach einem Sturz oder Schlag sowie bei sichtbarer Deformierung, starker Schwellung, deutlicher Bewegungseinschränkung, Taubheit, Kribbeln, Kraftlosigkeit, Fieber oder einer geröteten und überwärmten Region.
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Autor Sofia Altmann
Sofia Altmann
Meine Arbeit konzentriert sich darauf, die komplexen Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Ernährung und mentalem Wohlbefinden für Sie verständlich aufzubereiten. Meine Leserinnen und Leser kennen mich als Sofia, und seit drei Jahren beschäftige ich mich intensiv mit diesen Themen und teile mein Wissen gerne auf praxis-dr-bess-gagesch.de. Ich bin stets bestrebt, aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung aufzugreifen und sie so zu vermitteln, dass sie im Alltag praktisch anwendbar sind. Dabei lege ich großen Wert auf eine fundierte Informationsbasis und vergleiche verschiedene Quellen, um Ihnen stets verlässliche und gut nachvollziehbare Inhalte zu bieten. Mein Ziel ist es, Ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen Sie Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden aktiv gestalten können.
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